
Am 9. Mai war es soweit. „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ zog für seine zweite Station in den Südwesten Chinas, in die jüngste regierungsunmittelbare Stadt des Landes: Chongqing. Die Metropole mit mehr als 30 Millionen Einwohnern zählt zu den am schnellsten wachsenden Städten der Volksrepublik und ist ein wesentlicher Motor für die wirtschaftliche Erschließung der Westprovinzen.
Diese rasante Entwicklung fordert ihren Preis. Deutschland, als Vorreiter in den Bereichen Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung, möchte China mit seinen – positiven wie negativen – Erfahrungen als zuverlässiger Partner im Bereich Stadtentwicklung zur Seite stehen.
„Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ setzt als Veranstaltungsreihe den Schwerpunkt auf Bereiche wie Stadtentwicklung, Verkehr, Architektur und Infrastruktur. Zukunftskonzepte finden die Besucher dazu in der Multimedia-Austellung „My Home, My City, My Planet“ und auf der Konferenz „Grüne Architektur und Stadtplanung“. Ein Studentenwettbewerb zur nachhaltigen Stadtentwicklung beschäftigte sich am Beispiel des Chongqinger Stadtteils Shapingba mit Konzepten sinnvoller Sanierung und Verkehrsplanung. Darüber hinaus lieferten Workshops wie „Bauen mit Bambus“ oder „Low Energy Certificate“, eine Software, über die der Energieverbrauch von Gebäuden evaluiert werden kann, konstruktive Beiträge zum Thema „Stadtvisionen“.
Im Bereich Wirtschaft bot das Matchmaking-Forum eine Plattform für Industrievertreter beider Länder.
Im Bereich Wissenschaft und Bildung stellten chinesische und deutsche Wissenschaftseinrichtungen ihre Untersuchungen zu den ökologischen Auswirkungen des Drei-Schluchten-Staudamms vor. Schüler und Studenten konnten sich über deutsche Bildungseinrichtungen informieren. Der DAAD lud rund 100 Deutschland-Alumni aus Westchina zu einem großen Ehemaligen-Treffen. Studenten waren darüber hinaus in zwei Bereichen aktiv: ein Fußballturnier der Fremdsprachenhochschulen Sichuans und ein Kurzfilmwettbewerb zum Thema Urbanisierung ermittelte jeweils ihre Sieger.
Auch musikalisch kooperierten Deutschland und die Jangtse-Metropole. Golo Berg, Generalmusikdirektor aus Dessau, erarbeitete mit den jungen Chongqinger Symphonikern und vier Orchestermusikern aus Düsseldorf ein gemeinsames Konzert. Eine Konferenz mit Künstlern, Kunsttheoretikern und anderen Geisteswissenschaftlern setzte sich mit einem sensiblen Thema auseinander: Wie geht die zeitgenössische chinesische und deutsche Kunst mit dem Erbe des „sozialistischen Realismus“ um?
Ein Filmfestival mit fünf Titeln stellte den Besuchern aktuelle Produktionen aus Deutschland vor. Dass Deutsch lernen vor allem Spaß macht, erfuhren die Besucher in Poetry Slams, 30-minütigen Schnupperkursen und mit einer Auswahl an Animationsfilmen aus der Filmakademie Baden-Württemberg und dem Filmfest Dresden. Die Sichuan Oper Chongqing zeigte in ungewöhnlicher Nähe zum Publikum während der Deutschlandpromenade auf dem Dalitang-Platz eine Neubearbeitung des Original-„Kreidekreises“ mit Brecht’schen Elementen.
Am Abend heizten angesagte deutsche und chinesische Popkünstler dem Chongqinger Publikum ein.
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