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Heute möchte ich davon erzählen, wie ich in DD meine Tage verbringe. Im Grunde dreht sich eigentlich alles nur ums Essen. Da die Zeit meines Aufenthaltes in Deutschland sehr kurz ist, will ich eigentlich gar nicht kochen. Entweder ist alles selbstgemacht oder man isst ständig auswärts. Von Anfang an hat mich diese Frage beschäftigt. Würde mein Aufenthalt drei Monate dauern, lohnte es sich selber zu kochen. Da ich aber nur einen Monat hier bin, ist das Selberkochen viel zu umständlich. Öl, Salz, Essig, Reis, Nudel, alles muss eingekauft werden. Außerdem gibt es in deutschen Küchen keine Dunstabzugshaube. Will man Essen machen, wabert der Rauch so gründlich nach allen Seiten, so dass es auch der Vermieter nicht lange mitmacht. Also habe ich nach gründlichem Nachdenken doch beschlossen, einen Monat lang auswärts zu essen.
Von den drei Mahlzeiten des Tages bereitet mir das Frühstück das wenigste Kopfzerbrechen. Bei früheren Auslandsreisen war das Hotelfrühstück zumeist komfortabler als zuhause. Obwohl ich in DD nicht im Hotel wohne, ist mir auch hier das Frühstück die liebste Mahlzeit. In DD gibt es unzählige Bäckereien, an jeder Ecke eine. Jede Bäckerei verströmt den Geruch von frisch Gebackenem. Der Brotpreis liegt überall zwischen einem und zwei Euro. Im Vergleich zu chinesischen Bäckereien ist es natürlich immer noch ein bisschen teurer.
Deutsche können wahrscheinlich genauso wenig ohne Brot leben, wie die Menschen aus Wuhan ohne Nudeln. Jedes Mal, wenn ich die im Laden aufgereihten Brote sehe, frage ich meine Dolmetscher, ob die denn wirklich alle verkauft werden? Beide antworten jedes Mal energisch: Aber natürlich!
In deutschen Bäckereien gibt es eine große Auswahl an Brot. Verglichen mit dem Brot bei uns daheim ist bei den meisten die Kruste verhältnismäßig hart, man muss gut kauen. Es gibt viel süßes Brot, aber auch vieles mit fadem oder leicht salzigem Geschmack. Ich kaufe gerne Mehrkorn- und Vollkornbrot. In fast allen Bäckereien gibt es französische Croissants, auf Chinesisch 可颂 kesong „loben können“ (ich weiß nicht, ob es wirklich so übersetzt wird, aber ich finde die von mir verwendeten Zeichen sehr hübsch). Mein Frühstück besteht oft aus Croissants, denn sie entsprechen am ehesten dem, was ich zu Hause esse.
In den Geschäften gibt es außerdem viel Butter und Käse. Und Wurstprodukte gibt es so viele, dass ich wirklich keine genaue Zahl sagen kann (Deutsche essen gerne Wurst auf dem Brötchen.). Zum Frühstück habe ich häufig Brot mit einem Glas Milch. Manchmal gebe ich noch Haferflocken oder Cornflakes in die Milch. Einmal hat Lulu mir eine Sojamilch geschenkt, es hat geschmeckt wie daheim, wirklich lecker. Leider habe ich mir die Verpackung nicht gemerkt, beim nächsten Einkauf stand ich vor einer Reihe Sojamilchpackungen und wusste nicht, welche ich nun kaufen soll. Ich hab dann einfach irgendeine genommen, auch wenn sie nicht so geschmeckt hat wie die vom ersten Mal.
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