| |
1. Wie alles begann
Ende letzten Jahres sprach mich der Leiter des Goethe-Instituts China Michael Kahn-Ackermann während seines Besuchs in Wuhan auf „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ an. Damals hörte ich zum ersten Mal davon.
Beim Essen fragte mich Kahn-Ackermann ob ich schon einmal in Deutschland gewesen wäre und ob ich Deutsch sprechen könnte. Beides verneinte ich. Darauf schlug er vor, mich dieses Jahr nach Deutschland zu schicken. Um es mit seinen Worten zu sagen: „Was halten Sie von der Idee, eine chinesische Schriftstellerin, die noch nie in Deutschland gewesen ist und kein Wort Deutsch kann, für eine Weile eben dort hin zu schicken und über ihre Erfahrungen in einem Blog berichten zu lassen?“ Er meinte dann noch: „Sie würden nach Dresden gehen, das liegt im Freistaat Sachsen und ist (wie Wuhan, Anm. d.R.) auch eine Stadt, durch die ein Fluss läuft.“
Natürlich fand ich die Sache interessant, aber so richtig ernst habe ich die Angelegenheit nicht genommen, Dingen, die beim Essen besprochen werden, kann man selten trauen. Die Überraschung kam im Januar in Gestalt von Frau Huang Mei, Leiterin für den Kulturbereich der Station Hubei/Wuhan. Bei unserem Treffen sagte ich ihr, dass ich die Angelegenheit nicht sehr ernst genommen hätte, schließlich hätte Kahn-Ackermann das nur so salopp heraus gesagt. Darauf hin entgegnete mir Huang Mei überrascht: „Wie salopp? Der Mann kommt aus Deutschland!“
Der Mann kommt aus Deutschland. Fünf Worte mit besonderer Kraft. Jetzt weiß ich, dass Deutsche nicht einfach so daherreden. Danach hatte ich alle möglichen Formulare auszufüllen und meine Reisevorbereitungen zu treffen. Und jetzt sitze ich hier in Deutschland in einem alten Haus am Fenster und beginne meinen Blog.
Aktuell:Seite 1 / 3
1 2 3
|
|
|
|
|
|
|