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Udo Hoffmann, studierter Sinologe, setzt 1989 als DAAD-Lektor erstmals seinen Fuß aufs chinesische Festland. Inzwischen hat er sich als „Popmusik-Botschafter“ einen Namen gemacht.
China.org.cn: Udo, Du bist ja fast so eine Art Urgestein der chinesischen Musikszene. Udo Hoffmann: Ja, wenn Du das so nennen willst. Ich bin da irgendwie hineingeraten. Als ich 1989 als DAAD-Lektor das erste Mal nach China kam hat mich die gerade aufkeimende chinesische Rockszene wahnsinnig interessiert.
Wie wird ein DAAD-Lektor zum Konzertveranstalter? Ich habe durch meine Arbeit rasch viele Chinesen, darunter auch ein paar Musiker, kennengelernt und beschlossen, selbst Konzerte zu veranstalten.
Das war als Ausländer bestimmt gar nicht einfach? Das war schon abenteuerlich. Die chinesische Rockszene hatte es ja am Anfang nicht leicht, obwohl es insgeheim viele Fans gab. Das waren eher Underground-Konzerte. Es gab auch mal Schwierigkeiten für mich, weil ich ein Konzert „illegal“ veranstaltet haben soll. 1993 hatte ich ein paar zeitgenössische chinesische Bands das erste Mal im Ausland, genauer im Berliner „Haus der Kulturen der Welt“ auftreten lassen. Alles, was in keine westliche Kategorie passte, lief ja damals unter dem Begriff Weltmusik (lacht). In Berlin waren damals Cui Jian, Cobra, 1989, Wang Yong, Tang-Dynasty und die Liu Yuan Jazz Band.
Eine große Chance für die chinesischen Künstler. Welche Schwierigkeiten gab es? Die chinesischen Behörden fühlten sich übergangen. Nach einem halben Jahr Pause habe ich im Herbst dann aber schon das erste Jazzfestival in China veranstaltet, das bis 2000 jährlich stattfand. Wobei Jazz da eher in der Minderheit war. Es war eigentlich meist ein Rockfestival. Deutschland und China hatten ja in den 90er Jahren, mitten im wirtschaftlichen Aufbau, ein gutes Beziehungsnetzwerk geflochten. Das hat vieles vereinfacht.
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