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Die Stummfilme der 1920er Jahre waren ein musikalisches Live-Erlebnis. Dies ist, bedingt durch den Siegeszug des Tonfilms, in den letzten Jahrzehnten nahezu in Vergessenheit geraten. Für die Deutsch-Chinesische Promenade in Wuhan wird ein DJ aus Berlin einen deutschen Stummfilm-Klassiker live vertonen.
„Warum machen Sie nicht einen Film über Berlin – ohne Story?“ Diese Frage des Drehbuchautors Carl Mayers stand der Legende nach am Beginn des experimentell-avantgardistischer Dokumentarfilm „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ (1927, 67min) von Walther Ruttmann. Thema des Films ist das komplexe Gebilde der Großstadt, die Stadt als Maschine, die früh am Morgen angeworfen und spät nach Mitternacht abgestellt wird, eine Maschine, deren Rhythmus die Menschen determiniert. Am Schneidetisch wurde er nach musikalischen Prinzipien (Sinfonie mit mehreren Sätzen, verschiedene Tempi) zusammengesetzt. Der Film wird von DJ Pacou mit minimalistischem Techno live begleitet werden. Der Berliner Lablebetreiber und DJ Pacou veröffentlicht seit 1996 über 30 Singles, 4 Alben, diverse Kompilationen, Co-Produktionen und Remixe. Er legt bis dato in über 20 Ländern weltweit auf und ist etablierter Stamm-DJ und Liveact im Tresor Club Berlin.
Der Berliner Kulturarbeiter und Betreiber des legendären Techno-Clubs und Labels Tresor Berlin Dimitri Hegemann, wird den zweiten Stummfilm „Menschen am Sonntag“ musikalisch mit Musik vom US-amerikanischen Komponisten Stephen Michael Reich untermalen. Reich gilt als Pionier und einer der wichtigsten Vertreter der minimalistischen Musik. Der halbdokumentarische Spielfilm „Menschen am Sonntag“ (D 1929/30, s/w, 58min) von Robert Siodmak zählt zu den wichtigsten Werke der Stummfilm-Avantgarde und erzählt vom Leben „kleiner Leute“. Gezeigt werden die Alltagserlebnisse fünf junger Berliner während eines Wochenendes, in dessen Mittelpunkt ein gemeinsamer Sonntagsausflug an den Nikolassee steht. Dokumentarische Aufnahme und dramaturgische Laien-Inszenierung verbinden sich hierbei zu einer modernen Momentaufnahme, die zugleich den Status Quo des Weimarer Kinos Ende der 1920er Jahre reflektiert. 
26.10., 20:45 - 22:00 und 27.10., 21:00 - 22:00; Große Bühne, Deutsch-Chinesische Promenade Wuhan
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