Die international erfolgreiche Weltmusikerin Urna Chahar-Tugchi stammt aus einer Viehzüchterfamilie im Ordosgebiet, einer Graslandsteppe in der Inneren Mongolei. Heute gilt Urna, die inzwischen in Deutschland, genauer in Bayern, lebt, als eine der herausragendsten Sängerinnen Asiens. Ein russischer Kritiker bezeichnet sie zusammen mit der sibirischen Sängerin Sainkho Namtchylak sogar als „eine der beiden asiatischen Diven“. Seit 1995 hat sie sechs Alben veröffentlicht: „Tal Nutag“ (1995), „Crossing“ (1994), „Hödööd“ (1999), „Jamar“ (2001), „Hödööd“ (Wiederauflage, 2002) und „Amilal“ (2005). Im Sommer 2003 wird Urna mit dem deutschen RUTH Preis als Best International Artist geehrt.
Als Jugendliche lernt Urna in Hohot, der Hauptstadt der Inneren Mongolei, bei einem Shanghaier Gastprofessor die Yangqin, eine chinesische Dulzimer. Obwohl sie kaum Chinesisch kann, entscheidet sie sich als 18- jährige, zum Studium an das Shanghaier Musik-Konservatorium zu gehen. Dort beschäftigte sie sich intensiv mit den Melodien ihrer Herkunftsregion, die man auch das „Meer der Lieder“ nennt.
Noch heute erzählen Urnas Lieder vom mongolischen Grasland, der mongolischen Lebensweise und Kindheitserinnerungen, und obwohl sie nicht dringender Weise religiösen Inhalts sind, werden Urnas Auftritte vom Publikum oft wie eine religiöse Erfahrung wahrgenommen. Mit ihrer kraftvollen und dynamischen Musik und ihrem Charme bezaubert sie und überwindet sprachliche und kulturelle Barrieren mühelos und kann so mit ihrer Zuhörerschaft auf einzigartige Weise kommunizieren.
Die Verwurzelung in der traditionellen mongolischen Musik hindert Urna nicht daran, neue Richtungen einzuschlagen. Inspiriert von den Erfahrungen und Musikern außerhalb der Mongolei und dem mit Drang nach Unkonventio-nalität in der Musik entstehen neue weltmusikalische Kompositionen und Zusammenarbeiten mit internationalen Künstlern, wie dem ungarischen Geiger Zoltan Lantos, Ramesh Shotham aus Indien, dem chinesischen Sheng-Spieler Wu Wei, Muhammud Reza und Saam Schlamminger aus Zentralasia, dem deutschen Zitherspieler Robert Zollitsch sowie Jerzy Bawol von der polnischen Band Kroke.