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Die Reduktion des Energieverbrauchs von öffentlichen Gebäuden ist eines der drängendsten Probleme Chinas. Das Passivhaus, der weltweit niedrigste Energiestandard für öffentliche Gebäude, mag hier Abhilfe schaffen. Die Architektin Christine Reumschüssel beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit dem Thema und erklärt Deutschland-und-china.com, wie das, in Deutschland entwickelte Passivhaus, auch in China genutzt werden kann.
Frau Reumschüssel, was ist überhaupt ein Passivhaus? Das Passivhaus ist ein sehr einfaches und gutmütiges Gebäude. Man geht davon aus, dass man das Gebäude sehr gut wärmedämmt und luftdichtet. Das Passivhaus ist in Deutschland entwickelt worden. Dort hat man das Hauptproblem, dass es im Winter im Gebäude nicht zu kalt werden darf. Man verhindert, dass zu viel Wärme aus dem Gebäude entweicht und man zu viel Heizenergie wieder nachführen muss.
Wie sehen Sie die Zukunft des Passivhauses hier in China? Sehr gut. Ich denke, dass es genau die Antwort ist, die China im Moment braucht, für alle Klimazonen, sowohl für die heißen, wie auch für die kalten Zonen. Ich freue mich, dass das Thema Passivhaus in China angekommen ist. In Deutschland hat es bestimmt zehn bis fünfzehn Jahre gedauert, bis man über das Passivhaus gesprochen hat. In China bin ich jetzt seit sechs Jahren. Vor sechs Jahren war das Verständnis für energiesparendes Bauen noch relativ gering. Jedes Mal, wenn ich wiederkomme, stelle ich fest, dass das Wissen immer weiter wächst. Es besteht keine Scheu, auch gleich die besten Wege zu begehen.
Wie funktioniert dieses Konzept im feucht-heißen Klima Shanghais, wo gerade das erste Passivhaus Chinas, das Hamburg-Haus, auf der EXPO gebaut wird? Wir haben festgestellt, dass es auch in Shanghai sehr gut funktioniert. Allerdings mit dem Unterschied, dass ein Passivhaus in Deutschland in der Regel nicht gekühlt wird. In Shanghai ist der Kühlbedarf der größte Energiebedarf des Gebäudes, weil natürlich die warme und schwüle Luft entfeuchtet und gekühlt werden muss. Wir wollen im Gebäude den gesamten Sommer über 26 Grad halten.
Ist das ein realistisches Ziel? Das ist ein realistisches Ziel. Das wird das Passivhaus für Shanghai sehr attraktiv machen. Bei dieser warmen, feuchten Luft im Sommer ist es attraktiv, in ein Gebäude zu kommen, in dem man nur 26 Grad und eine entfeuchtete, trockene und zudem noch mit Filtern gereinigte Luft hat.
Ein letztes Wort zum Thema Passivhaus, zum Thema EXPO in Shanghai? Ich möchte alle, die sich für das erste Passivhaus Chinas interessieren, herzlich einladen, ab dem ersten Mai 2010 das Haus zu besuchen und zu erleben, wie es sich in einem Passivhaus anfühlt. 
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