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Zeitgenössische Kunstausstellung in Wuhan: Einzelportraits aller deutschen Künstler 
Eine Einführung von Elmar Zorn, Kunstkritiker
Datum: 9.Sep. 2009    
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Schlagworte: Station Wuhan   Kultur   Kunstausstellung   Kulturaustausch   
 


Der im bayerischen Neumarkt geborene Künstler Harry Meyer studierte Architektur, bevor er freischaffender Maler wurde. Heute lebt der vielfach Ausgezeichnete in Augsburg und Weingarten. Ähnlich wie Christopher Lehmpfuhl arbeitet er stark expressiv und pastos. Ihn interessieren vor allem die Darstellung der Natur und die Energien, die er aus der Anschauung der Natur gestalten kann.

Die in Bremen geborene und in Paris lebende und arbeitende Malerin Katrin Bremermann, verlies Deutschland mit 16 Jahren und lebte in vielen Ländern, in New York etwa als Model. In Cuba experimentierte sie mit Gravur-, Druck- und Collagetechniken, in Paris schuf sie neben ihrer Malerei Bühnenbilder für musikalische und literarische Events. Die Künstlerin spielt mit unterkühlten Kontrasten in Szenen figürlicher und geometrischer Überlagerungen der Formen, mit Illusionsebenen und mit dem Auseinanderprallen räumlich und grafisch bezogener Systeme.

In der Malerei des Konstanzer, in München lebenden Uwe Oldenburg werden die Gegenstände, Perspektiven, Raumgrößen und Bildzitate willkürlich herumgewirbelt und surreal zugeordnet. Zwei der Titel seiner bisherigen Ausstellungen, „Aus dem Archiv zur Bereitstellung möglicher Geschichten“ in der Galerie Ursula Walbröl und „Über die Heimat der Dinge“ in der Dany Keller Galerie München, sind bezeichnend für seine künstlerische Vorgehensweise.

Der in Nürnberg geborene Maler Stefan Ettlinger studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Alfonso Hüppi und lebt in Düsseldorf. Durch seinen Umgang mit Musik, Video und Film, die er in seine Malerei einbringt und umsetzt, hat er einen unverwechselbaren Stil geschaffen, der als „Malerei der fließenden Welt“ hohe Anerkennung gefunden hat.

Der in Mülheim geborene, in Berlin lebende Maler James Geccelli gehört zu den wenigen, die die Radikalität konkreter Malerei zusätzlich gesteigert haben und zwar in so konsequenter wie puristischer Anwendung eines Kosmos weißer Farblichkeit, die hinsichtlich der Potentialität von Farbräumen und Farbentscheidungen mit der Subtilität geometrischer Linien ausgelotet werden.

Zweifellos hätten andere Querschnitte durch die Szene der zeitgenössischen Malerei in Deutschland mit einer anderen Künstlerauswahl angestellt werden können. Doch erreicht die Entscheidung für diese Auswahl, wie sie in der Aussstellung in Wuhan präsentiert wird, die beiden wesentlichen Ziele bei einem solchen Unternehmen der Dialoganbahnung und Verständigung zweier Nationen, von denen ganz wesentliche Impulse für die zeitgenössische Malerei weltweit ausgehen: die erstaunliche Breite der aufgegriffenen Stile, der gewagten Experimente, der getroffenen Ausreizungen, der gekonnten Überschreitungen der medialen Grenzen ist aufgefächert in der vollen und hohen Qualität des aktuellen Kunstgeschehens, insofern repräsentativ, wie auch das erfreuliche und unverzichtbare Engagement von den besten deutschen Galerien für diese Künstler zeigt, und zum zweiten scheint mir die getroffene Auswahl offen für die Begegnung und den Dialog mit den chinesischen Kolleginnen und Kollegen der deutschen Teilnehmer, da die meisten der gezeigten Werke eben nicht selbstreferentiell oder selbstbespiegelnd sich präsentieren, sondern Signale für verständliche Sprach- und Zeichensysteme aussenden und insofern die Art von Kommunikation befördern können, um die es schließlich in diesem Projekt geht.

(Elmar Zorn aus München, Kunstkritiker und Ausstellungskurator. Er kuratiert Projekte in Deutschland, New York und Wien und wurde bereits mehrmals nach China eingeladen)

Verwandte Links:
Zeitgenössische Kunst aus Deutschland und China
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„Eine Epoche der Diversität“
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Dr. Wolfgang Röhr über den deutsch-chinesischen Kunstdialog
Das Grußwort zur Kunstausstellung in Wuhan
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