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Vor hunderten chinesischer Fans rockten Martin, Michi und Anselm von der Band Vorzeigekinder die Bühne in Shenyang. Im Interview mit Deutschland-und-china.com sprechen die drei „waschechten Bayern“ über ihre Erfahrungen als Straßenmusiker und wie es sich anfühlt, als junge deutsche Band in China aufzutreten.
Herzlichen Glückwunsch zu eurem Auftritt. Wie wars? Martin: Es war super. Die Leute sind hart mitgegangen und wir haben sauviel Spaß gehabt. Es war geil.
Wie war die Reaktion des Publikums hier im Vergleich zu Deutschland? Anselm: Wir haben noch nie vor so viel Publikum gespielt und auf so einer großen Bühne auch nicht. Fantastisch! Es war richtig geil! Michael: Das Publikum ist auch viel begeisterter und einfach viel offener bezüglich der Musik. Das sieht man auch an der Vielzahl der Bands, die hier spielen. Die Fans sind mit Herzblut dabei und machen bei jeder Performance mit. Das ist einfach herrlich.
Ihr singt auf Deutsch und auf Englisch. Martin: Englisch war nicht dabei. Das waren ein paar Fetzen Bayerisch, weil wir ja alle miteinander waschechte Bayern sind (lacht). Das kam vielleicht nur so rüber. Wir machen unsere Musik auf Deutsch. Das ist unsere Muttersprache. Wir verstehen das am besten und können es am besten sprechen und uns am besten ausdrücken. Für uns ist von Anfang an völlig klar gewesen, dass wir auf Deutsch singen werden.
Beschreibt mal, wie ihr zu einander gefunden habt. Martin: Ich kenne Michi seit der sechsten Klasse. Wir haben irgendwann mal angefangen, in der Fußgängerzone zu spielen und haben das in den südlichen Städten von Deutschland recht exzessiv gemacht und damit viel Geld verdient.
Was kam da so an einem Nachmittag in der Fußgängerzone zusammen? Martin: Über den Daumen gepeilt konnte man schon mal hundert bis hundertzwanzig Euro verdienen. Eines Tages haben wir dann den Produzenten Jörg Evers getroffen. Er hat uns seine Karte gegeben und gesagt, dass er das sehr witzig findet, was wir machen. Wir waren damals sechzehn und haben nach einer Band geschaut. Wir haben zwei Jahre lang in vielen Formationen gespielt. Dann haben wir Anselm gefunden und nochmal bei Jörg Evers vorgespielt. Er hat gesagt: „Cool, nehmen wir ein Album auf!“ Es kam jetzt im Mai heraus. China ist natürlich schon der Knaller. Gleich am Anfang, mal so etwas zu machen, ist super gewesen.
Was nehmt ihr mit von der Erfahrung, hier bei „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ in Shenyang auf der Bühne gestanden zu haben? Michael: Ich finde es sehr schön zu sehen, dass die Musik und die Gesangsmelodien im Vordergrund stehen, weil der Text vom Großteil nicht verstanden wird. Man kann so auch schön sehen, wie allein die Musik Enthusiasmus und Begeisterung auslösen kann.
Kommt ihr nochmal nach China? Anselm: Ja sicher wollen wir nochmal nach China. Wir sehen uns auf jeden Fall. 
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