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Umwelt-Auswirkungen des Drei-Schluchten-Damms 
Das Jangtse-Projekt
Datum: 13.Aug. 2009    
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Die Errichtung des Drei-Schluchten-Damms am Jangtse hat zu einer deutlichen Veränderung des Gewässerregimes und damit auch der Stoffumsetzungen sowohl im Jangtse selbst als auch in seinen Nebenflüssen geführt. Trotz einer für die nächsten Jahre erwarteten Verminderung des Schadstoffeintrags in den Jangtse unter anderem durch den Zubau und die Inbetriebnahme von Kläreinrichtungen für kommunale und industrielle Einleitungen muss in Betracht gezogen werden, dass auch weiterhin unzureichend geklärte Abwässer und Schadsubstanzen in die Gewässer gelangen und dass aus der Überflutung industrieller Altanlagen und Altablagerungen noch auf unbestimmte Zeit Schadstoffe freigesetzt werden. Auch die Schifffahrt ist als eine Quelle für Schadstoffeinleitungen zu berücksichtigen und schließlich führen sowohl die periodische Überflutung der Uferbereiche als auch die Ausschwemmung von Agrochemikalien aus landwirtschaftlichen Nutzflächen zu einem unkontrollierten Eintrag von Biomasse Nährstoffen in die Fließgewässer. Da sich durch das Aufstauen des Jangtse die Verweilzeit des Wassers sowohl im Reservoir als auch in den Nebenflüssen erhöht hat bei gleichzeitig deutlich verminderter Fließgeschwindigkeit und reduziertem Sauerstoffeintrag, müssen die Stoff-Umsetzungen innerhalb der Wasserkörper sorgfältig betrachtet werden.

Staudämme wirken häufig als große Sedimentfallen. Dieser Effekt kann im Jangtse gerade auch unterhalb des Damms zu einer starken Veränderung in dem Verhältnis von gelöster zu partikulärer Substanz führen. Die partikulären organischen Substanzen, die einen Teil der Schadstoffe absorbieren und somit durch Eintrag in das Sediment der Wassersäule entziehen, werden durch die Rückhaltung und das Absinken im Staubereich vermindert. Gleichzeitig erhöht sich der Anteil an gelösten organischen Verbindungen, die Schadstoffe komplexieren und so über weite Entfernungen transportieren können. Für die nur zeitweilig überfluteten Uferzonen ist eine Remobilisierung von Fremdstoffen beim Abbau partikulärer Verbindungen in Betracht zu ziehen. Ferner können die für die Selbstreinigung fluvialer Ökosysteme wichtigen Austauschprozesse zwischen Sediment und Wasser aus dem Gleichgewicht geraten, da sich die Sedimentation und Erosion von anorganischer und organischer Substanz und der Austausch gelöster Stoffe sowohl innerhalb als auch unterhalb des Staubereiches deutlich verändern werden.

Diesen Fragestellungen widmen sich innerhalb des chinesisch-deutschen Jangtse-Projekts Wissenschaftlergruppen in beiden Ländern. Das Ziel des zweitägigen Workshops ist daher, die bislang in China und in Deutschland durchgeführten Forschungsarbeiten gemeinschaftlich zu diskutieren, um aus bereits vorliegenden Ergebnissen mögliche Handlungsempfehlungen abzuleiten und die weiteren Untersuchungen abzustimmen.

25.-26.10.; Hong Yi Hotel, Wuhan (Google Maps)

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