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Das Jangtse-Projekt 
Landnutzungswandel, Bodenerosion und Massenbewegungen in hochdynamischen Ökosystemen
Datum: 13.Aug. 2009    
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Schlagworte: Station Wuhan   Wissenschaft und Bildung   Jangtse-Projekt   Landnutzungswandel   
 
Mit der Errichtung des Drei-Schluchten-Staudamms am Jangtse und dessen Aufstau seit Juni 2003 kommt es entlang des Stausees sowie in den angrenzenden Landschaftsräumen durch Rückstau in den Seitentälern zu einschneidenden Veränderungen, die eine deutliche Zunahme von Massenbewegungen und Bodenerosion bewirken. Die auslösenden Mechanismen für Massenbewegungen und Bodenerosion und damit auch deren Folgen für die Belastung des Jangtse mit Schadstoffen sind in der Regel an die Art und Intensität der Landnutzung und weitere Landschaftseigenschaften gekoppelt. Die Entwicklung einer integrierten Methodik zur Abschätzung des Gefährdungspotenzials durch Hangrutschungen und Bodenerosion bedarf eines einzugsgebietsbasierten Untersuchungsansatzes.

Die Verlagerung der Erosionsbasis und die landwirtschaftliche Nutzung von höher gelegenen Hangbereichen verursachen stark erhöhte Erosionsgefahrenpotenziale. Mehr als 2.500 großskalige Rutschungsmassen wurden bislang entlang der Ufer des Reservoirs entdeckt. Seit 1982 traten mehr als siebzig Erdrutsche, Einstürze und Schlammströme auf mit unmittelbarer Gefährdung auch für die Bevölkerung. Beispielsweise gerieten im Juni 1985 bei der Stadt Xintan (Provinz Hubei) etwa 30 Mio. m³ ins Rutschen, von denen etwa 2,6 Mio. m³ in den Fluss gelangten. Wenngleich sich diese Rutschung mittlerweile stabilisiert hat, so ist doch zu befürchten, dass ein Anstieg des Wasserspiegels in dem neu geschaffenen Reservoir und an den Nebenflüssen des Jangtse eine erneute Massenbewegung bewirkt.

Die mit der Umsiedlung einhergehenden landesplanerischen Aufgaben sind hoch. Erschließungsmaßnahmen wie etwa der Bau von Straßen sowie die landwirtschaftliche Nutzung erosionsgefährdeter Flächen erhöhen das Gefahrenpotenzial. Insgesamt muss befürchtet werden, dass die Instabilität entlang der Uferzonen des Jangtse und seiner Zuflüsse noch steigen wird. Erosionsprozesse und Hangrutschungen gehören im Einzugsgebiet des Xiangxi zu den geogenen Hauptgefahren. Aufgrund ihres häufigen Auftretens und ihrer großen Verbreitung stellen sie eine direkte Bedrohung für die in diesem Raum lebenden Menschen, für Sachwerte und für die Umwelt dar.

Seit April 2008 wird das Verbundvorhaben „JANGTSE: Landnutzungswandel – Erosion – Hangbewegungen“ vom BMBF gefördert. Der geplante Workshop soll der Intensivierung der chinesisch-deutschen Zusammenarbeit dienen und der Öffentlichkeit erste Ergebnisse präsentieren. 

25.-26.10.; Hong Yi Hotel, Wuhan (Google Maps)

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