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Metropolen als Automobilmanufakturen 
Eine Diskussion über „das Politische in der Architektur“
Datum: 29.Jun. 2009    
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Schlagworte: Station Shenyang   Wissenschaft und Bildung    Dieter Hassenpflug   Stadtplanung   
 
Städte und Gesundheit
Der Architekt Alexander Schmidt sprach im Anschluss über „Gesunde Städte“ und die Frage, warum moderne Städte die Menschen krank machen. „ Die Metropolen unserer Zeit sind alle Automobilmanufakturen“, so Schmidt. Die Infrastruktur für Fußfänger- und Fahrradwege seien hingegen unzureichend, Fußgänger wüssten kaum, wo sie gehen sollen, weil sie ständig irgendeinem Fahrzeug ausweichen müssten. Die vielen Autos hätten starken Einfluss auf das Leben der Menschen. Lärm, Abgas und Staub seien nur einige der gesundheitsschädlichen Faktoren. Wenn man sich ständig an lauten, Lärm erfüllten Straßen aufhält, hat dies früher oder später Einwirkungen auf den Blutkreislauf und führt auch nicht selten zu Atemwegserkrankungen. Da man einfach überall hin mit dem Auto fahren kann, werden die Menschen faul und treiben keinen Sport mehr.

Gleichzeitig stellte Schmidt auch Methoden vor, das Problem zu lösen, wie zum Beispiel das Errichten von Lärmschutzwänden und Geschwindigkeitslimits, sowie die Entwicklung von leiseren Motoren und das Erschließen von Parks und Grünanlagen in den Städten. „Um Geld zu sparen werden oft nur kleine Grünanlagen anstelle von Parks gebaut, und das obwohl sie als natürliche Klimaanlagen fungieren.“ Eine Grünanlage oder eine Allee von der Größe eines Fußballfeldes sei in der Lage die Lufttemperatur um ein bis zwei Grad Celsius zu senken.

Bambuspavillons
Der Designer Markus Heinsdorff stellt das Konstruktionskonzept seiner speziell für die Deutsch-Chinesische Promenade entworfenen Ausstellungspavillons aus Bambus vor. Sein Grundgedanke war es, innerhalb einer Großstadt eine eigene kleine Kommune, ein kleines Dorf zu errichten, das mit den Ansprüchen der „Nachhaltigkeit“ übereinstimmt. Bambus ist ein menschen-, umwelt- und naturfreundliches Baumaterial. In China hat Bambus als Baustoff eine lange Geschichte. Auch wenn es im Westen selbst keinen Bambus gibt, so hat er dort doch eine starke Präsenz, deshalb habe er dieses Material für seine Ausstellungspavillons gewählt, so Heinsdorff. Auch das Design der Ausstellungspavillons hat eine östliche Note, verbundent durch Hightech-Methoden. Selbst der Fußboden der Pavillons ist aus einer umweltschonenden Bambusmischung. Die Außenwände sind teilweise golden unterlegt, was es so wirken lässt, als wäre Seidenstoff verwendet worden. Wenn innen die Lichter angehen, wirken die Pavillons von außen wie Laternen. Die wie Seide wirkende Außenhaut der Pavillon ist sowohl luftdurchlässig als auch isolierend, ein bisschen wie eine Klimaanlage.
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