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Der Einfluss kultureller Unterschiede 
Ein Diskussionsforum zu der Frage: „Wie verstehen wir uns?“
Datum: 19.Jun. 2009    
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Schlagworte: Station Shenyang   Wissenschaft und Bildung   Symposium   Kulturaustausch   Kulturunterschiede   
 
Deutschland und China sind kulturell unterschiedlich. Das führt gelegentlich zu Missverständnissen, von denen einige am 18. Juni im Konferenzpavillon auf der Deutsch-Chinesischen Promenade in Shenyang diskutiert wurden. Geladen waren Führungspersönlichkeiten aus Deutschland und China, darunter der technische Leiter der Bosen Abgassystem GmbH Dirk Wihan, Heino Dannemann, Senior Vizepräsident des Wuerth Industrieparks Shenyang und Dr. Lu Feng, leitender Angestellter eines deutschen Unternehmens in Shanghai. Die Gäste erzählten von ihren persönlichen Erfahrungen in der Unternehmensführung, diskutierten den Einfluss von kulturellen Unterschieden auf ihre Arbeit und wie man negative Auswirkungen dieser Unterschiede in Management fördernde Kräfte verwandeln kann.

„Deutsches Management ist sehr zielorientiert, jeder Angestellte erhält klare Zielvorgaben, die präzise angesteuert werden“, so die einleitende Bemerkung von Lu Feng, der auf jahrelange Erfahrung sowohl in deutschen als auch in chinesischen Unternehmen zurückblicken kann. Wenn deutsche Firmen nach China kommen, sehen sie sich mit vielen Problemen konfrontiert. Sie verlassen ihr gewohntes kulturelles Umfeld und tauchen ein in eine von Traditionen geprägte chinesische Lebens- und Arbeitswelt, was zwangsläufig zu Konflikten führt. Aus persönlicher Erfahrung kann er sagen, dass die Vertrauensfrage die wohl schwerwiegendste ist. „Das Vertrauen, von dem ich hier spreche, ist nicht zwischenmenschliches Vertrauen im herkömmlichen Sinne, sondern das Vertrauen der Menschen in wirtschaftliche Beziehungen.“

Heino Danneman ist seit über 6 Jahren in China und verfügt über einen reichen Erfahrungsschatz zum Thema Kulturaustausch. „Die alltägliche Situation am Arbeitsplatz ist in Wahrheit keineswegs so kompliziert, wie in den Lehrbüchern beschrieben.“ Diese Behauptung erläuterte er wie folgt: „Deutschland und China sind beides starke Wirtschaftsnationen. Natürlich existieren Wert- und Verhaltensunterschiede. Aber wenn man sich die Unternehmen anschaut, so hat auch hier ein jedes seine eigenen Wertanschauungen, nur werden diese nicht gleich so offensichtlich. Nach über 10 Jahren weltweiter Tätigkeit wage ich zu behaupten, dass viele Manager die kulturellen Unterscheide und Kommunikationsbarrieren innerhalb ihrer Firmen oft nur als Ausrede für die Inkompetenz ihrer Verwaltungen vorschieben.“

Die Kunden der Bosen Abgassysteme GmbH sind ebenfalls chinesische Firmen. Dirk Wihan ist der technische Leiter und einziger ausländischer Mitarbeiter des Unternehmens. Im Umgang mit den Bedürfnissen der chinesischen Kunden seien chinesische Mitarbeiter besser, da sie die Besonderheiten des lokalen Marktes und der zwischenmenschlichen Beziehungen in China kennen würden, so Wihans persönliche Meinung. Aber im technischen Bereich bevorzuge er deutsche Mitarbeiter, da er festgestellt habe, dass Deutsche im Bezug auf die Lösung eines Problems mehr Kreativität und Eigeninitiative an den Tag legen würden, als ihre chinesischen Kollegen in der selben Situation.

Die Veranstaltung gab einen aktuellen, hautnahen und humorvollen Einblick in die Arbeitswelt von Führungspersönlichkeiten beider Länder. Das Publikum bedankte sich mit lautstarkem Beifall.
 
 
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