Kontakt   Impressum   Stellenangebote
     
 
 
„Shenyang ist wesentlich mehr von Plattenbauten geprägt als Berlin" 
Interview Jonas Ludwig Walter
Datum: 1.Jun. 2009    
I    Favoriten     I     drucken     I     schließen    I     翻译为中文
Startseite > Aktuelles
Schlagworte: Station Shenyang   Stadtvisionen   Fotografenaustausch   Jonas Ludwig Walter   
 
Für die Station Liaoning-Shenyang organisierte die Veranstaltungsreihe „Deutschland und China - Gemeinsam in Bewegung" einen Fotografenaustausch zum Thema Plattenbauten. Jonas Walter aus Potsdam hat in Shenyang von Ende April bis Ende Mai fotografiert. Die neuen und alten Gebäude in der Vorstadt, die gebliebenen Plattenbauten, beflügeln die Kreativität des jungen Deutschen.


Wie lange waren Sie in China und wie viele Bilder haben Sie in dieser Zeit gemacht?
Ich bin jetzt genau einen Monat hier. Fotografiert habe ich in den ersten zwei Wochen. Natürlich brauchte ich ein paar Tage um anzukommen, mich zu orientieren, in der Stadt herum zu laufen und mir anzuschauen, was mich interessiert und wo ich fotografieren will. Ich habe dann aber relativ früh angefangen, weil eben die Zeit begrenzt war auf diese zwei Wochen. Es war ein sehr intensives arbeiten, sehr anstrengend. Aber es hat mir sehr viel Freude bereitet, weil alles so konzentriert war.
Wie viele Bilder ich insgesamt gemacht habe, abgesehen von den 15 die jetzt hier hängen, kann ich noch nicht sagen.

Was für eine Kamera haben Sie benutzt und warum genau dieses Gerät?
Das ist eine Linhof Kamera. Die habe ich zum einen wegen ihrer Detailgenauigkeit benutzt und weil ich sämtliche Verstellmöglichkeiten an der Kamera habe, das heißt, ich kann die Linien gerade stellen. Mit dieser Kamera arbeitet man sehr langsam, aber sehr genau. Ich denke, dass das in der Ausstellung hier einen sehr guten Kontrast einbringt.

Warum gibt es in der Ausstellung sowohl Schwarz-Weiß- als auch Farbbilder? Was für eine Idee steht dahinter?
Das war die Entscheidung des jeweiligen Fotografen. Ich habe mich für Farbe, und Liu Lihong hat sich für Schwarz-Weiß entschieden. Das war keine Absprache. Ich denke aber, dass der Kontrast in der Ausstellung sehr gut ist. Gerade auch der Kontrast der verwendeten Techniken. Wir sprachen vorhin über die Technik, die ich benutzt habe. Diese langsame sehr genau arbeitende Großbildtechnik und die schnelle vielleicht emotionalere Fotografie, die auch auf Situationen reagieren kann, wie sie Liu Lihong fotografiert hat. Ich denke, dass beides Farbe und Schwarz-Weiß jeweils der entsprechenden Technik und der Herangehensweise an das Thema entspricht.

Und was halten Sie von dem Thema „Plattenbauten“?
Was mich hier interessiert hat, in dieser Stadt, ist in erster Linie die Großflächigkeit der Veränderung und da spielen Plattenbauten einfach eine wichtige Rolle. Es wird eben nicht ein einzelnes Haus geplant und es entsteht kein Bezirk oder keine Gegend aus sich heraus, sondern es wird großflächig geplant und großflächig gebaut. Das ist seit einigen Jahren so, die Plattenbauten, die vor 30 oder 40 Jahren gebaut wurden, sind heute unmodern und werden abgerissen. Vielleicht geht es den Plattenbauten, die heute gebaut werden in 30 Jahren nicht anders, es wird sich herausstellen. Die Entwicklung geht aber dahin, dass es immer schneller und immer großflächiger wird. Irgendwann geht es aber nicht mehr weiter, da bin ich gespannt, was kommen wird.

Aktuell:Seite 1 / 2     1  2  
 
 
Aktuelles
   
Zur Promenade