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Wenn Kultur auf eine neue Denkweise trifft 
Im Gespräch mit dem deutschen Künstler Tobias Zaft
Datum: 13.Jun. 2009    
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Schlagworte: Station Shenyang   Kultur   Shaolin Si   Tobias Zaft   
 
Wie kamen Sie dann auf die Idee den Shaolin Tempel als Thema für ihr Kunstwerk zu wählen, anstelle eines anderen Tempels oder dem japanischen Kungfu?
Meine eigentliche Absicht war es, die Beziehungen zwischen Deutschland und China wieder zu spiegeln. Die Unterschiede zwischen diesen beiden Kulturen sind so gewaltig. Natürlich habe ich auch meine persönlichen Gründe, meine Frau ist Chinesin und ich bin auch schon seit fast zwei Jahren in China, deshalb treffe ich in meinem Leben häufig auf Fragen, wie sich diese beiden Kulturen miteinander vereinbaren lassen. Deshalb habe ich für dieses Kunstwerk einen chinesischen Tempel gewählt.

Wie denken Sie über den Zusammenprall dieser beiden Kulturen?
Man kann sagen, dass die Veranstaltungsreihe „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung“ den Höhepunkt dieses Kulturzusammenpralls darstellt. Es ist spannend zu beobachten, was man Menschen alles anlernen kann.
Aber diesen Eindruck hatte ich auch vorher schon oft, was auch in meinen Kunstwerken zum Ausdruck kam. Das Hervorbringen neuer Ideen lässt uns nicht im Kreis laufen sondern voran schreiten. Diese Art des neuen Denkens kann nur im Austausch unterschiedlicher Kulturen zustande kommen.

Können die chinesischen Besucher Ihr Kunstwerk verstehen?
Das ist schwer zu sagen. Ich habe in China bereits andere Ausstellungen veranstaltet. Die Erfahrungen, die ich dabei, ganz insbesondere im Bereich der digitalen Kunst, sammeln konnte ist, dass das chinesische Publikum allem Anschein nach noch nicht an den Anblick solcher Kunstformen gewöhnt ist.
Es ist nach wie vor eine neue Form der Kunst, Grenzen werden aufgehoben, das gilt auch für die auf öffentlichen Flächen ausgestellten Kunstwerke. Ich habe auch in Peking ein digitales Kunstobjekt auf einem öffentlichen Platz stehen, aber es scheint dass, auch wenn die Betrachter sich noch nicht so richtig daran gewöhnt haben, sie es doch als Kunst betrachten. Das ist eben Neuland, genau das macht für mich seinen besonderen Reiz aus.

Sind Sie mit den Reaktionen des Shenyanger Publikums zufrieden?
Ich bin erstaunt, dass die Menschen hier dermaßen enthusiastische Reaktionen zeigen, sie beteiligen sich aktiv, spielen Finger-Schattenspiele. Ich freue mich wirklich sehr darüber.

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